Pflückreife: August
Genussreife:
Lagerfähig:
Frucht: teils abgestumpft konisch, meistens der Walzenform sich merklich nähernd. Der Bauch sitzt allemal stark nach dem Stiele hin, um den die Frucht sich ziemlich flachrund zuwölbt. Nach dem Kelche nimmt sie stärker ab, macht allermeist eine schwache Einbiegung und dann eine etwas wieder verdickte, stark abgestumpfte, häufig etwas schräg abgestumpfte Spitze.
Fruchtfleisch:
weiß, knackig, hohem Säuregehalt
Fruchtschale:
hellgelb
Geschmack:
essbarer aber eher säuerlicher Apfel
Ertrag:
Herkunft:
1831 Russland
Baum:
Bodenansprüche:
Verwendung:
säuerlicher Apfel für den Frischverzehr, Küchenapfel
Synonym: Dolgoi Squozoi, Hutching’s Seedling,
Mutation:
Wuchs:
Höhenlage:
Blüte:
Blühte bei uns in NF: 02.05.2024
Sugar loaf Pippin
Der Text stammt aus dem „Illustrirten Handbuch der Obstkunde“, an dem Johann Georg Conrad Oberdieck maßgeblich mitschrieb. Die Erwähnung des Jahres 1860 und der Bezug zu J. Booth in Hamburg (aus Ihrem ersten Bild) bestätigt, dass es sich um eine Beschreibung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts handelt, die damals als Standardwerk für Obstzüchter in Norddeutschland galt.
Der Zuckerhut-Apfel (Sugar loaf Pippin), * †. Mitte Aug.
Text: „Heimath und Vorkommen: dieser gute, aber nur kurze Zeit haltbare Sommerapfel, der wegen seiner Form merkwürdig ist, ist nach Hogg S. 190 durch die Londoner Gartenbaugesellschaft aus St. Petersburg in England eingeführt und wäre sein russischer Name Dolgoi Squozoi. Mein Reis erhielt ich von der Londoner Gartenbaugesellschaft und ist die Sorte nach Hoggs und Downings Beschreibung ächt. Von J. Booth zu Hamburg erhielt ich als Dolgoi Squozoi (ich las auf dem angehefteten Zettel Dolgoi Skrasnoi) eine…“
Frucht, die gleichfalls im August reifte und die Form und Größe der obigen Figur b hatte, jedoch merklich braunrot gestreift und punktiert war. Hogg rechnet die Sorte in England zu den vorzüglich guten Sommeräpfeln für die Küche.
Literatur und Synonyme: Lond. Catal. Nr. 811, mit den Synonymen Hutching’s Seedling, welcher Name eher auf Ursprung in England schließen ließe. Hogg p. 190 mit den Synonymen Hutching’s Seedling und Dolgoi Scuoznoi (langer durchsichtiger Apfel) Lindley Guide 10; Abbildung Pomol. Magaz. I, Taf. 3, Downing p. 76. Dittr. III, 69. Nach einer von Dittrich gegebenen Bemerkung wäre Hutchings Seedling dem Obigen etwa nur ähnlich.
Gestalt: Größe nach Hogg Zoll breit, 3 Zoll hoch; bei mir hatten die größten die Größe obiger Figuren, die Mehrzahl blieb nur 2 Zoll breit und Zoll hoch. Gestalt teils abgestumpft konisch, meistens der Walzenform sich merklich nähernd. Der Bauch sitzt allemal stark nach dem Stiele hin, um den die Frucht sich ziemlich flachrund zuwölbt. Nach dem Kelche nimmt sie stärker ab, macht allermeist eine schwache Einbiegung und dann eine etwas wieder verdickte, stark abgestumpfte, häufig etwas schräg abgestumpfte Spitze.
Kelch: geschlossen, wollig, in die Höhe stehend, sitzt in weiter, tiefer Senkung mit seinen Falten und 5 regelmäßig stehenden rippenförmigen Beulen umringt, die sich jedoch schon auf der Kelchwölbung abflachen und am Bauch nur sehr flach oder nicht bemerklich sind, jedoch häufig die eine Seite der Frucht stärker machen als die andere.
Stiel: holzig, bis 1 Zoll lang, sitzt meistens in weiter tiefer Höhlung, ist jedoch auch nicht selten kurz und fleischig, wo sich dann ein die Stielhöhle ganz flach machender Wulst an ihn anlegt. Rost findet sich in der Stielhöhle nur in einzelnen Streifen.
Schale: fein, etwas geschmeidig, nach Hogg blaßgelb und in voller Reife fast weiß, war bei mir vom Baume grüngelb und zuletzt hellgelb. Röte findet sich nicht und die zahlreichen sehr feinen Punkte fallen nur als weißlichere Tupfen in der Schale ins Auge.
Das Fleisch ist weiß, fest, fein, saftreich, von sehr angenehmem süßweinartigen Geschmacke, so dass er auch als Tafelobst angenehm ist, doch hält er in dieser Güte sich nur wenige Tage und passiert [wird mehlig/verdirbt] schnell.
Das Kernhaus bildet nur eine einzige große Höhlung mit einigen ganz offenen Kammern, in denen wenig braune vollkommene Kerne, oft nur ein einziger und häufig schon lose und schlotternd sitzen. Die Kelchröhre ist ein breiter kurzer Kegel.
Reife und Nutzung: Zeitigt [reift] nach Hogg Anfang August und hält sich nicht lange, ohne mehlig zu werden. Bei mir zeitigte er selbst in warmen Jahren erst Mitte August, 1860 erst gegen Ende August.
Der Baum wächst gut und der Probezweig trug schon im 3. Sommer gut, und im 4. klettevoll [überreich], so dass an Fruchtbarkeit der Sorte nicht zu zweifeln ist. Sommertriebe fein, violettbraunrot, im Schatten olivenfarbig, nur fein und leicht mit Wolle belegt, etwas silberhäutig überlaufen, wenig punktiert. Blatt groß, langeiförmig, am Fruchtholze lang und schmal, fast flach ausgebreitet, mit feinen Sägezähnen besetzt. Afterblätter pfriemenförmig, an starken Trieben auch lanzettförmig. Augen ziemlich stark.
Oberdieck.











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